Alles rund um Flüssiggasanlagen in bewohnbaren Freizeitfahrzeugen.

Gasanlagen in Wohnwagen unterliegen verschiedenen Vorschriften und Bestimmungen: Hinweise zur Installation gibt die DIN EN 1949. Im Arbeitsblatt G 607 werden Pflichten und Regeln für den Betrieb sowie die Prüfung von Flüssiggasanlagen beschrieben. Der Transport der Gasflaschen fällt wiederum unter die ADR / GGVSEB.

Für den Laien auf den ersten Blick erschreckend, letztendlich muss sich der Caravannutzer nur oberflächig mit den Regelwerken auskennen und sollte die Installation sowie Prüfung der Anlage einem Experten überlassen. Wichtig für ihn - die Prüffristen. Laut Regelwerk liegt es in der Verantwortung des Betreibers, die Prüfungen im vorgeschriebenen Zeitraum vornehmen zu lassen. Auch die Handhabung mit Flüssiggas sollte geübt sein und ist mit Vorsicht zu genießen. Werden jedoch Prüffristen regelmäßig bedacht, steht dem Urlaubsvergnügen nichts mehr im Wege.

Die Unterbringung

Für den mobilen unabhängigen Reisewunsch sind Flüssiggasanlagen die optimale Lösung. Die, in kleinen Flaschen eingefangene Energie macht einen Aufenthalt auch außerhalb eines Campingplatzes möglich. Beim Transport von Gasflaschen ist der Betreiber, wie anfänglich erwähnt, an die ADR gebunden. Aber auch die Lagerung der Flaschen ist fest vorgeschrieben. So müssen Gasflaschen während der Reise und. dem Gebrauch im sogenannten Flaschenaufstellraum ordnungsgemäß gesichert werden. Dieser sollte gasdicht sein und über einen erhöhten Sockel (50 mm) zum Innenraum verfügen. Ist man handwerklich begabt, kann man durch einfaches Anbringen einer Fensterdichtung den Flaschenaufstellkasten bearbeiten. Präzises Arbeiten ist oberstes Gebot, denn schließlich soll hier die gewünschte, aber dennoch hochentzündliche Energie Flüssiggas gelagert werden.

Im Gepäck - Gasflasche oder Gastank

Gasflaschen gibt es in verschiedenen Ausfertigungen. Als Pfand-(rot) oder Eigentums-(grau) Flasche sind sie im Handel erhältlich. In der Regel werden die roten Flaschen von Wohnmobilfahrer bevorzugt. Von der Überwachung und Erfüllung der Prüfpflichten, bleibt er bei der Pfandflasche verschont und kann sich am Füllwerk oder im Baumarkt immer wieder einer vollen Flasche bedienen. Erhältlich sind Propangasflaschen in handelsüblichen 5-, 7 7- und 33-kg-Größen. Wobei die 71-kg-Flasche die gängigste im Wohnmobile-Einsatz ist. Auch Alu-Flaschen bieten Komfort als wiederbefüllbare Variante. Der leichte Alumantel erleichtert die Handhabung und Montage der Flasche erheblich. Diesen Vorteil bringt auch die Kunststoffflasche mit sich, hier kann zudem der Füllstand dank der durchsichtigen Ummantlung eingesehen werden. Dennoch haben sich diese Gasflaschen gegenüber der Stahlflasche (noch) nicht durchgesetzt, da sie im Einkauf erheblich teurer als der „schwere" Konkurrent sind.
Nicht nur der Einsatz von Gasflaschen ermöglicht den Betrieb von Gasgeräten im Wohnwagen. Der Wohnmobilfahrer kann sich auch für die Nutzung eines Gastanks entscheiden. Bei der Installation muss hier darauf geachtet werden, dass die Befülleinrichtung außerhalb des Fahrzeuges liegt und das Gas ausschließlich in der Gasphase entnommen wird. Ein Prüfstutzen ist ebenso Vorschrift. Anders als bei Flaschen gibt es hier nur den Eigentumstank, so dass die Prüfpflichten beim Wohnmobilbesitzer liegen. Gastanks mit einer Zulassung nach Druckgeräte-Richtlinie / Betriebssicherheits-Verordnung bzw. nach dem Gefahrgutrecht müssen alle 10 Jahre geprüft werden. Generell gilt seit 2005, dass nur Gasanlagen mit einem Gasdruck von 30 mbar neu aufgebaut werden dürfen.

Möchte man sich die Eigenanschaffung ersparen, bieten manche Campingplätze eine zentrale Gasversorgung an. Hierbei sind dem Reisenden jedoch Grenzen gesetzt, da bisher nur wenige Plätze einen solchen Service anbieten.

Gas an Bord

Egal für welches „Gepäck"- welche Gasversorgung - man sich entscheidet, bei der Installation und dem Gebrauch einer Gasanlage sind Regeln und Pflichten zu beachten. Für Gasschläuche, die generell nur in Gaskasten verwendet werden dürfen, gilt eine 10-jährige Austauschpflicht nach Arbeitsblatt G 607/Abschnitt 4.7. Für restliche Gaswege sind feste Gasrohre vom Speichermedium zum Gasverbraucher vorgesehen. Mit erhöhter Sicherheit und langer Lebensdauer sind Rohre gegenüber dem Gasschlauch von Vorteil. Prinzipiell muss die gesamte Gasanlage über eine Hauptabsperreinrichtung verfügen. Zusätzlich sollte sich an jedem Gasverbraucher eine separate Absperreinrichtung befinden, um eine höchst mögliche Sicherheit zu gewährleisten.

Kontrollgang -Prüfung von Gasanlagen

Anlagen müssen nach Arbeitsblatt G 607 vor der ersten Inbetriebnahme und dann alle zwei Jahre sowie nach jeglichen Änderungen begutachtet und abgenommen werden. Anhand eines Prüfsiegels kann die ZÜS und die Polizei die Einhaltung der Prüffristen kontrollieren. Der Bestand der Prüfungen nach DIN EN 1949 (europaweit) und nach G 607 (deutschlandweit) macht Fachpersonal für solche notwendig. Mit einschlägigen Erfahrungen und in Schulungen erworbenen Qualifikationen („Sachkundiger für die Prüfung von Flüssiggasanlagen in bewohnbaren Freizeitfahrzeugen"), ist der benannte Sachkundige bzw. die befähigte Person berechtigt, die Anlage zu prüfen und abzunehmen.

Mit der Prüfung der Gasanlage ist es allerdings noch nicht getan. Auch Gasflaschen unterliegen einer Prüfpflicht, die der Besitzer zu überwachen hat. Für Nutzer von Pfandflaschen sind diese 10-jährigen Prüfungen weniger relevant. Sollte das Prüfdatum schon überschritten, die Flasche dennoch gefüllt sein, kann der Inhalt noch aufgebraucht werden. Nur Flaschen mit gültigem Prüfdatum gilt es zu befüllen, daher ist das Datum erst bei der nächsten Befüllung interessant. Prüfungen gewähren nicht nur Sicherheit für Mensch und Umwelt, sondern haben auch Auswirkungen auf andere Gesetzestexte und Regelungen. So ist nach § 30 StVZO die Prüfung ausschlaggebend für das Bestehen der HU bei Wohnmobilen. Auch gegen die Bestimmungen der Gefahrgutordnung kann bei fehlenden Prüfungen verstoßen werden. Prüfbescheinigungen werden auch im Schadenfall als Erstes von Versicherungen zur Einsicht angefordert.

 

Noch mehr Gas - das AbGAS

Mit der ordnungsgemäßen Installation von Gasanlagen ist es noch nicht getan. Bei der Verwendung eines Brennstoffes muss sich ebenso streng um die Abgasführung gesorgt werden. Abgasleitungen sollten durchgängig installiert sein. Für die, alle 2 Jahre von der sachkundigen bzw. befähigten Person, durchzuführende Abgasprüfung, muss das Rohr einsehbar ein. Einige Prüfer arbeiten mit sogenannten Abgaskameras, diese erleichtern den Einblick in das Abgasrohr und können ohne großen Aufwand für Besitzer und Prüfer den Zustand des Rohres feststellen.

Schnell und gründlich: Mit einer Abgaskamera kann die befähigte bzw. sachkundige Person auch verbaute Abgasleitungen mit geringem Aufwand sicher prüfen.

Letzter Check

  • Gasanlage fachgerecht installiert
  • Abnahme der Gas- und Abgasleitung durch eine sachkundige / befähigte Person
  • Reiseziel und dortige Gas-Versorgungsmöglichkeiten sowie Gesetze im Umgang mit Gas geprüft
  • Urlaub eingereicht

Sollten Sie noch nicht alle Punkte erfüllen können und benötigen noch Hilfe, schreiben Sie uns oder rufen Sie uns an. Offene Fragen, beantworten wir Ihnen gerne unter Tel. 02402-922170 oder via e-Mail.

Bis dahin wünschen wir Ihnen eine schöne Reisesaison und allseits Gute Fahrt!